Macht den Kopf frei: Führungskräftetraining auf einer Berghütte im Alpenraum

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Führungskräfte mit freiem Kopf

Avatar of Sabine Strobel Sabine Strobel - 13. Juni 2018 - Training, Coaching in Bewegung

Führungskräfte müssen heute agil und beweglich sein – nicht nur im Kopf. Büros und klimatisierte Konferenzräume sind nur bedingt dazu geeignet, um neue Impulse zu setzen, neue Perspektiven und Lösungen zu finden. Vergangene Woche habe ich ein viertägiges Führungskräfte-Coaching mit 15 Personen auf einer Berghütte in Garmisch-Partenkirchen durchgeführt. Was hat es unterm Strich gebracht?

15 Führungskräfte eines internationalen Unternehmens auf einer einfachen Berghütte auf 1.652 Metern ü. NN. Keine Ablenkung, kein edles Restaurant, schlechter Handyempfang. In einfachen Zimmern, die Duschen auf dem Flur. Der Seminarraum mit Blick auf die umliegende Bergwelt. Geplante Inhalte wie Selbst- und Konfliktmanagement, Resilienz, professionelle Kommunikation und Gesprächstechniken standen auf dem Programm wie im Vorfeld abgestimmt. 

Doch das Wichtigste: immer wieder Feedback geben und nehmen im Gehen. Walk and talk in den Bergen. Jeder mit Jedem. Unausweichlich immer wieder diesselben Fragen: Wie möchte ich mit zusammenarbeiten? Was möchten wir in Zukunft anders machen? Was können wir verändern? Spätestens nach 24 Stunden auf einer Berghütte fallen die Fassaden, Konflikte kommen zum Vorschein und können eingeordnet und bearbeitet werden. In welcher Eskalationsstufe befindet sich der Konflikt? Wer sind die Beteiligten? An welchen Lösungen wurde bereits gearbeitet? Was können wir hier tun, um die Konflikte zu lösen? Eine Bergwanderung auf die AlpspiX-Plattform bringt die Teilnehmer zusammen. Im Gehen ist der Blick nach vorne gerichtet, Pausen sind leichter auszuhalten. Genau die richtige Methode, um Konflikte zu bearbeiten und sich endlich mal - abseits vom Alltag - auszusprechen, neu zu denken, mit Altem abzuschließen*. Alle Teilnehmer haben am Ende die Bergwanderung geschafft, auch wenn die Unterschiede in der Gruppe erheblich waren. Wir sind ganz langsam gegangen. Im Vordergrund stand nicht die sportliche Leistung, sondern die Gespräche im Gehen. Das Gefühl, mit der ganzen Gruppe zurück zur Hütte zu kommen, bevor das Gewitter losgeht, und es gemeinsam geschafft zu haben ist schon etwas Besonderes und wird lange nachwirken.

Bei der abendlichen bayerischen Hüttenolympiade werden mit Maßkrugstemmen, Kartenhausbauen und Armdrücken Spannungen abgebaut und der Zusammenhalt untereinander gestärkt. Als dann auch noch der Kaiserschmarrn auf die Holztische kommt, wird gemeinsam gegessen und genossen. Am nächsten Tag ist der Himmel wieder klar und der Blick aus dem Seminarraum spektakulär: die Alpspitze, die Zugspitze, der Jubiläumsgrad und all die Berge in der Umgebung zeigen uns wie klein der Mensch ist. Und rücken unsere beruflichen Probleme aufs rechte Maß zurecht. 

Die Gruppe profitiert von einer kollegialen Beratung. 15 Teilnehmer, alles Führungskräfte mit unterschiedlichen Erfahrungen, Konflikten und Sorgen. Bei der kollegialen Beratung nennt der Fallgeber das Thema, während die Kollegen als Berater das Thema überdenken und nach Lösungsansätzen - ganz bewusst ohne die Beteiligung des Fallgebers. Für alle Beteiligten eine ganz neue Erfahrung: still zuhören, wenn andere über das eigene Problem sprechen und dann die geeignetsten Lösungsansätze mitnehmen. So kann sich der Fallgeber zurücklehnen und sehen, wie andere an sein Problem herangehen würden. Meist kommen neue Ergebnisse zutage, da fünf Personen mehr und anders denken können, als eine Person, die direkt vom Problem betroffen ist. Auch auf der Berghütte haben wir mehrere kollegiale Beratungen durchgeführt, um festgefahrene Konflikte zu lösen und eine neue Sicht auf Probleme zu bekommen. Statt Theorie also handfeste Methoden, die echte berufliche Probleme unter die Lupe nehmen und konkret nach neuen Lösungen suchen. Mit großen Nutzen für den Alltag und nachhaltiger Wirkung aufs Team. Auch dieses Unternehmen hat sich vorgenommen, die kollegiale Beratung künftig im beruflichen Alltag regelmäßig einzusetzen – nicht nur auf der Berghütte bei Garmisch-Partenkirchen. 

*Mehr Infos zu der Methode "Walk'n'talk" bzw. "Coaching in Bewegung" finden Sie hier. NATUCATE (= Natur + Education) hat einen Blogbeitrag von Sabine Strobel veröffentlicht: https://www.natucate.com/natucate-blog/sabbatical/fuehrungskraefte-mit-freiem-kopf/

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